Mozartkugeln – eine Praline mit langer Tradition
Mozartkugeln – welche sind die besten?
Mozartkugeln verbinden wir natürlich mit Salzburg, schließlich stand der 1756 in Salzburg geborene Wolfgang Amadeus Mozart bei der Namensgebung Pate. Von der Geburt des musikalischen Genies bis zur Geburt der Mozartkugel sollte es allerdings noch bis zum Jahre 1890 dauern, bis die Mozartkugeln vom Salzburger Konditor Paul Fürst erfunden wurden. Damals wurden sie unter dem Namen Mozart-Bonbon verkauft. Die Kugeln mit von Marzipan ummantelten Nougatkern erfreuten sich großer Beliebtheit. Und so sollte es nicht lange dauern, bis weitere Hersteller die beliebten Mozartkugeln produzierten. Diese hatte sich Fürst patentrechtlich nicht schützen lassen.
Das Rezept für die heute von Fürst hergestellten „Original Salzburger Mozartkugeln“ wurde vermutlich im 20. Jahrhundert weiterentwickelt. Es enthält Marzipan mit Pistazien.
Da mit dem Wort Mozartkugel eine „Süßwaren-Gattung“ verbunden wird, gibt es neben dem „Original“ von Fürst jede Menge „echte Mozartkugeln“ verschiedenster Hersteller. Ob echt oder original, ist mir relativ egal. Für mich sind Geschmack, Konsistenz und auch Optik entscheidend. Ich habe mich durch einige durchprobiert.
Von günstig bis Luxus – wieviel kostet eine Mozartkugel?
Wie immer ist auch hier nach oben keine Grenze und die Preise für Schokolade ziehen deutlich an. Die Kugeln sind immer von Schokolade umhüllt. Alle Angaben beziehen sich auf meinen Kenntnis-Stand von 01/2026.
Aldi: Mozartkugeln Zartbitter, Choceur
Die Mozartkugeln gehören nicht zum Standardsortiment. An Zutaten finden sich als Kern Haselnuss-Nougat, umhüllt von Marzipan, teils mit, teils ohne Pistazie, als Geschmacksträger Alkohol in der Marzipanmasse, umhüllt von einer Schicht Vollmilch- und als Außenschicht Zartbitterschokolade. In der Zusammensetzung fast ein Klassiker (bis auf den Alkohol), sehr schön geschichtet. Für mich ein weiterer Pluspunkt: Die Kugel enthält kein Palmfett. Sie wiegt 20 g und kostet 0,28 €. Hersteller für die Aldi-Kugeln sind z. B. Reber oder Lambertz aus Deutschland. Mit der Alkohol-Note würde ich auf Reber in Bad Reichenhall tippen, aber eben nur ein Tipp.
Geschmacklich tritt der Alkohol deutlich hervor, Marzipan und Nougat sind eher großkörnig. Wie viele andere „Kugeln“ auch ist die Praline nicht ganz rund, sondern hat einen Standfuß.
Insgesamt und besonders mit Blick auf das Genuss-Preis-Verhältnis.
Viktor Schmidt: Austria Mozart Kugeln
Hinter dem Namen steht das Unternehmen „Josef Manner“ (Wien), was vor allem für seine ziemlich süßen Waffeln bekannt ist. Auch hier haben die Kugeln einen Standfuß, sind mit 17 g kleiner als die Aldi-Kugeln bei einem Preis von rund 0,35 € pro Stück. Sie enthalten Palmfett!!! Um es kurz zu machen: Sie schmecken grausam. Ungleichmäßige Form, übertrieben viel Nougat, was überhaupt nicht nach Haselnuss schmeckt, wenig Marzipan, alles ohne Schmelz, eher kristallig und penetrant süß. Vielleicht setzt sich hier die extreme Süße der Manner-Waffeln fort.
Confiserie Heindl Wien: Mozart Kugeln
Gleich ein Punktabzug vorweg: Die Kugeln sind mit Palmfett, was billig ist, für Schmelz sorgt und haltbar macht. Die Kugeln sind wie ein Bonbon verpackt und bestehen aus zwei zusammengesetzten Halbkugeln. Das Innenleben sieht wenig ansprechend aus. Es enthält eine undefinierbare Mandelcreme, umhüllt von Nougatcreme, alles ohne Struktur, einfach ein geschmacklicher Brei wie eine süße Praline. Lobend hebt Heindl auf der Packung hervor: „ohne Alkohol“. Das ist vielleicht der einzige Pluspunkt. Gewicht der Kugel ca. 15 g für 0,49 Euro das Stück.
Mirabell: Echte Mirabell Mozartkugeln
Mirabell ist ein Produkt des börsennotierten Lebensmittel-Riesen Mondelez. Produktionsstätte der echten Mozartkugeln soll Wien sein. Auch hier besteht die Kugel aus zwei Hälften von dicker Schokolade, gefüllt mit einer Creme aus Nougat und einer Marzipancreme mit Pistazien, ohne Alkohol. Wer eine Praline mit Cremefüllung sucht, ist hier geschmacklich gut aufgehoben. Für mein Verständnis einer Mozartkugel hat das nichts zu tun. Als Praline ist das Produkt durchaus empfehlenswert. Kein Palmfett. Dabei ist die Kugelpraline mit nur 14 g ein Leichtgewicht, Preis pro Stück 0,62 €.
Reber Spezialitäten: Die echten Reber Mozart Kugeln
Die Zutatenliste liest sich ähnlich wie bei den Aldi-Kugeln. Die Ausgangsprodukte sind dabei einen Tick hochwertiger und auch hier wird Alkohol (Rum) eingesetzt. Die Aufteilung der Mozartkugeln unterscheidet sich unwesentlich von den Aldi-Produkte. Die Kugeln haben einen Standfuß.
Ihr Innenleben besteht aus einem eher kleinen Nougatkern, umhüllt von einer Schicht Marzipan mit Pistazie unten und oben mit einer feinen Marzipanschicht. Ummantelt ist das Marzipan mit Vollmilch-Schokolade und einem weiteren Überzug aus dunkler Schokolade. Die Schokolade hat einen zarten Schmelz, die Schichten der Mozartkugel sind einzeln schmeckbar, das Marzipan ist zart und wird geschmacklich durch den Rum unterstützt, ohne dass der Alkohol dominant wirkt. Reber gibt es bei Galeria oft im Angebot. Ich habe die Kugeln für ca. 0,75 € pro Stück gekauft, Gewicht 18 g.
Julius Meinl: Mozart Koogles, Famous Nougat
Wenn Meinl etwas produziert sind Vertrieb und Marketing von A bis Z durchdacht und High-Level realisiert. Die Mozartkugeln sind von Meinl sind noch nicht lange auf dem Markt. Das Produkt ist edel verpackt und präsentiert. Bei all dem Verpackungswahn sind Herstellung und Zutaten wohl etwas vernachlässigt worden. Auf der Zutatenliste findet man Palmfett. Die Kugel besteht aus zwei Halbkugeln, keine Pistazien und der Kakaogehalt beträgt im Gegensatz zu Reber nicht 60, sondern 45%. Die Konsistenz ist im Vergleich zu allen anderen Kugeln recht fest, alles wirkt ein wenig stumpf, ohne Schmelz. Meinl lässt in Rumänien produzieren. Das Land, das EU-weit mit am kostengünstigsten produziert. Hier stimmen Preis-Leistungsverhältnis auf keinen Fall. Aber die Verpackung ist was fürs Auge … Gewicht ca. 17 g pro Kugel, Preis ca. 1,14 €.
Fürst: Original Mozart Kugeln
Die Kugel ist das Luxusprodukt unter den Mozartkugeln, hier wird Geschichte mitbezahlt. Die Verpackung ist auf Silberstaniolpapier mit blauem Aufdruck reduziert. Im Vergleich zu den anderen Kugeln hat diese mit 21 g Höchstgewicht. Auch der Preis ist mit 2,10 pro Kugel Highlevel. Doch ist er es wert? Immer eine Frage des Geschmacks. Für mich lautet die klare Antwort: Nein. Der Nougatkern hat mir zu wenig Schmelz, Marzipan mit Pistazie ist nicht deutlich schmeckbar. Schön ist die schokoladige Hülle, die eindeutig im Vergleich zu den anderen Produkten am besten schmeckt. Insgesamt ein eher unspektakuläres Geschmackserlebnis. Aber schön, mal dort gewesen zu sein, im kleinen Laden in Salzburg mit viel Tradition und jede Menge anderen Touristen …
Das Ranking: Wer ist der Testsieger
Und hier meine Ranking-Liste der getesteten Mozartkugeln:
Platz 1: Die echten Reber Mozart Kugeln
Platz 2: Mozartkugeln Zartbitter, Choceur, Aldi (Preis-Leitung sehr gut)
Platz 3: Mirabell: Echte Mirabell Mozartkugeln (nur für Pralinen-Fans)
Platz 4: Fürst: Original Mozart Kugeln (Tradition verpflichtet)
Weitere Infos zu Fürst und der Geschichte der Mozartkugel über diesen Link >>>




